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DJI Osmo Pocket: Kann weniger als versprochen – erst mal

18.12.2018 | Von Jörg Schieb

Hardware

Ich bin ein bisschen verrückt, wenn es darum geht, neue Kameras auszuprobieren. Egal ob Spiegelreflex (DSLR), Videokamera, Drohne, Ginbals oder ActionCams wie die von GoPro. Eine neue Kamera hat mein besonderes Interesse geweckt: Die neue DJI Osmo Pocket mit Gimbal. Viel Hype gibt es darum, aber die Kamera wird mit Tricks verkauft.

Ich habe mich wirklich bemüht, vorab eine Kamera zum Test zu bekommen. Doch da ist die Pressestelle von DJI eisern. Gibt es nicht, Nur ein paar Modelle, und die seien natürlich auf ewig ausgeliehen. Also habe ich eine Kamera gekauft. Zum vollen Preis. Aber irgendwie schneller liefern wollte DJI auch nicht. Man tut halt was man kann, in so einer Pressestelle, gell?

Aber wieso haben dann schon Dutzende von Vloggern vorab die DJI Osmo Pocket „testen“ – oder besser: promoten – können? Angeblich sucht das Headquarter (HQ) die Vlogger aus. Vermutlich bezahlt sie sie sogar. Denn anders lässt sich nicht erklären, dass praktisch alle Vlogger – ob international oder national – die Minikamera über den grünen Klee loben. Und so tun, als wären von Anfang an Funktionen dabei, die nicht von Anfang an dabei sind.

Story Mode gibt es noch gar nicht

Echte Journalisten würden eben darauf hinweisen: Leute, DJI verkauft Euch in den Videos und auf den Produktseiten eine Funktion, die es – zumindest anfangs – gar nicht gibt. Die Rede ist vom Story Mode.

Der Story-Modus sieht vor, dass man mit der Minikamera bequem kurze „Stories“ drehen kann. Man wählt aus einer Liste von Templates etwas Passendes aus. Ein Schwenk von links nach rechts hier, eine Zufahrt dort. Die Software (App) stellt alles automatisch zusammen, schwenkt das Objektiv, unterlegt alles mit Musik.

Hübsche Idee, die an die besonderen Fähigkeiten der Drohnen erinnert. Solche Aufnahmen lassen sich dann schnell und einfach posten. Als Story, etwa auf Instagram oder Facebook.

Gezielte Irreführung

Nur: Die Funktion ist gar nicht in der App DJI Mimo enthalten. Man muss schon beim Support nachfragen (die Pressestelle ist, siehe oben, ja keine Hilfe), um zu erfahren: Das wird nachgeliefert.

Da frage ich mich natürlich: Wieso zeigen die von DJI ausgewählten und bevorzugten Vlogger fast alle schwärmerisch eine Funktion, die es anfangs gar nicht gibt? Das nenne ich Etikettenschwindel.

Mal schnell vor Weihnachten noch Hardware verkaufen. Es werden Funktionen versprochen, die noch gar nicht da sind, die noch nicht funktionieren. Aber KEINER sagt was. Die Webseite nicht. Die Vlogger nicht (sie werden ihre Gründe haben) – und echte Journalisten auch nicht. Sie werden ja nicht versorgt.

Merkwürdige Methoden sind das.




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