Künstliche Intelligenz (KI) kann für die unmöglichsten Dinge eingesetzt werden. Zum Beispiel lassen sich damit vrerblüffend echt aussehende Porträtaufnahmen von Menschen herstellen, die gar nicht existieren. Niemand käme auf die Idee, dass die Aufnahmen komplett im Computer entstanden sind. Eine neue Qualität von Fake-Bildern.

Wir sind gut beraten, unseren Augen nicht (mehr) zu trauen. Was heute alles mit Photoshop möglich ist, wissen wir: kaum ein Foto, das heute gedruckt erscheint oder online geht, das nicht vorher durch diverse Filter, Aufhübscher nach Nachbearbeiter gejagt wurde. Ganz besonders bei PR-Fotos und Werbeaufnahmen.

Doch ab sofort sollten wir davon ausgehen, dass Bilder nicht nur geschönt werden, sondern dass womöglich alles eine Lüge ist. Denn KI ist heute in der Lage, auf Knopfdruck Fotos von Menschen zu erzeugen, die es gar nicht gibt.

In Sekundenbruchteilen neues Gesicht „errechnet“

Unter www.thispersondoesnotexist.com kann sich davon jeder leicht selbst überzeugen. Bei jedem Besuch erscheint ein neues Porträtfoto – das in genau diesem Augenblick von KI-Software erzeugt wird. In der Datenbank der Software sind Tausende von Fotos gespeichert, die von der KI-Software analysiert und verfremdet werden.

Die Augen von A, mit dem Teint von B, der Kopfform von C, der Frisur von D und der Haarfarbe von E – und das alles noch variiert. Eine Art Instant-Morphing aus unzähligen Fotos.

Es ist erschreckend, wie realistisch die Aufnahmen aussehen. Menschen aus aller Welt. Beim Betrachten entsteht nicht der Hauch eines Zweifels, dass es diese Menschen tatsächlich gibt. Doch es gibt sie eben nicht.

Sie entspringen einem KI-Algorithmus, der solche Aufnahmen in Sekundenbruchteilen ausspuckt. Selbst Emotionen wie Freude, Trauer, Angst oder Erschrecken kann die Software in die Gesichter zeichnen.

Missbrauch garantiert – zum Beispiel in Fake-Profilen

Entwickelt wurde die Software von Ingenieuren des Hardwareherstellers Nvidia. Richtig, das sind die, die super-schnelle und leistungsfähige Grafikkarten herstellen.

Zum Beispiel für Games. In Zukunft könnten Spiele also noch realistischer aussehen, weil individuell erzeugte virtuelle Personen durch die virtuellen Landschaften laufen. Und das, ohne irgendwelche Persönlichkeitsrechte zu verletzen, weil es die Personen nun mal nicht wirklich gibt.

Ich bin sicher: Schon sehr bald werden diese künstlich erzeugten Aufnahmen in Fake-Profilen bei Facebook, Twitter und Co. auftauchen. Fake-Namen mit Fake-Lebensläufen lassen sich schon lange im Netz mit Computerhilfe erstellen. Jetzt gibt es passende Fotos dazu. Ganz zu schweigen von komplett im Rechner erzeugten Fotos. Landschaften entstehen auch schon im Computer. Auch Videos, Interviews und Audios lassen sich künstlich erzeugen.

Schöne neue Welt.