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Epic vs. Apple/Google: Wie Fortnite die App-Store-Welt revolutionierte

von | 14.08.2020 | Digital

Der jahrelange Streit zwischen Epic Games und den App-Store-Giganten Apple und Google hat die digitale Welt verändert. Was 2020 mit Fortnite begann, führte zu bahnbrechenden Gerichtsurteilen und neuen Gesetzen weltweit. Heute sieht die App-Store-Landschaft völlig anders aus – doch der Kampf um faire Provisionen geht weiter.

Das Battle-Royal-Spiel „Fortnite“ war der Auslöser für eine der größten digitalen Revolutionen der letzten Jahre. Als Epic Games 2020 alternative Zahlungsmethoden in Fortnite einbaute, ahnte noch niemand, welche Lawine das lostreten würde. Heute, sechs Jahre später, hat sich die gesamte App-Store-Landschaft fundamental gewandelt.

Der Digital Markets Act verändert alles

Der große Durchbruch kam 2024 mit dem Digital Markets Act (DMA) der EU. Apple und Google müssen seither alternative App-Stores und Zahlungsmethoden zulassen. In der EU könkönnt ihr heute Apps direkt von Epic Games herunterladen – ohne Umweg über Apples App Store. Die berüchtigten 30 Prozent Provision? Geschichte, zumindest für viele Entwickler.

Apple hat widerwillig reagiert und erlaubt mittlerweile alternative App-Stores in der EU. Doch typisch Apple: Sie haben eine „Core Technology Fee“ eingeführt – 50 Cent pro App-Download nach den ersten eine Million Downloads. Clever, aber durchschaubar.

Fortnite ist zurück – aber anders

Das Spiel, das alles ins Rollen brachte, ist längst wieder verfügbar. Epic Games betreibt heute seinen eigenen Epic Games Store auch auf mobilen Geräten. Spieler können Items direkt bei Epic kaufen – deutlich günstiger als früher über die großen Stores.

Interessant: Epic hat aus der Krise gelernt und Fortnite grundlegend erweitert. Das Spiel ist heute eine komplette Metaverse-Plattform mit Konzerten, Filmpremieren und sogar Bildungsangeboten. Die 400 Millionen registrierten Nutzer (Stand 2026) machen Epic zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für Meta und andere Metaverse-Anbieter.

Die Gerichtsverfahren und ihre Folgen

Der Rechtsstreit war spektakulär. 2021 gewann Epic teilweise gegen Google – das Gericht stellte fest, dass Google ein illegales Monopol betreibt. Bei Apple war das Urteil gemischter: Epic verlor in den meisten Punkten, Apple musste aber alternative Zahlungsmethoden erlauben.

Doch die wahren Veränderungen kamen durch Politik und Regulierung. Neben dem EU-Gesetz verabschiedeten auch Südkorea, Japan und mehrere US-Bundesstaaten ähnliche Regelungen. Der Druck auf die Tech-Giganten wurde einfach zu groß.

Neue Player erobern den Markt

Die Öffnung der App-Stores hat völlig neue Akteure auf den Plan gerufen. Samsung betreibt heute einen erfolgreichen alternativen Android-Store. Selbst Microsoft ist mit einem mobilen Xbox Game Store eingestiegen.

Besonders spannend: Alternative Stores spezialisieren sich. Es gibt heute Stores nur für Produktivitäts-Apps, andere nur für Games oder kreative Apps. Die Provisionen liegen meist zwischen 15-20 Prozent – deutlich unter den alten Apple/Google-Sätzen.

Was bedeutet das für euch als Nutzer?

Die Vorteile sind offensichtlich: Apps sind günstiger geworden, ihr habt mehr Auswahl und könnt zwischen verschiedenen Stores wechseln. Viele Entwickler geben die gesparten Provisionen als niedrigere Preise weiter.

Aber es gibt auch Nachteile. Mehr Stores bedeuten mehr Komplexität. Sicherheitsupdates kommen manchmal verzögert, und nicht alle alternativen Stores haben Apples strenge Qualitätskontrolle.

Der aktuelle Stand 2026

Apple hält außerhalb der EU noch immer an seinem geschlossenen System fest, lockert aber kontinuierlich die Regeln. Google ist offener geworden und hat die Play Store-Provisionen für kleinere Entwickler auf 15 Prozent gesenkt.

Epic Games? Das Unternehmen ist gestärkt aus dem Konflikt hervorgegangen. Der Epic Games Store macht mittlerweile ernsthafte Konkurrenz zu Steam auf dem PC und wächst auch mobil rasant.

Beeindruckendes Video wird viral gehen

Fun Fact: Epic Games hat ein technisch und inhaltlich brillantes Protestvideo hergestellt, das an das berühmte „1984“-Video von Apple erinnert, mit dem Apple damals den Apple Macintosh angekündigt hat – als Befreiung aus der damaligen Übermacht IBM. Heute wollen sich App-Entwickler aus der Übermacht von Apple befreien.

Rückblickend war dieses Video der Startschuss für eine digitale Revolution, die bis heute nachwirkt.

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Ausblick: Der Kampf geht weiter

Der Epic-Apple-Konflikt war nur der Anfang. Heute kämpfen Entwickler weltweit für fairere Bedingungen. Die nächste große Baustelle: KI-App-Stores und die Frage, wer die Kontrolle über KI-basierte Apps haben soll.

Meine Einschätzung: Epic Games hat einen historischen Sieg errungen. Nicht nur für sich, sondern für die gesamte App-Entwickler-Community. Die Zeiten der unkontrollierten 30-Prozent-Provisionen sind vorbei – und das ist gut so.

Zuletzt aktualisiert am 28.02.2026

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