Der Online-Handel boomt weiter: Das Angebot ist riesig, die Zahl der potenziellen Kunden auch. Plattformen wie eBay Kleinanzeigen (seit 2024 unter dem Namen „Kleinanzeigen“) erfreuen sich enormer Beliebtheit. Das allerdings ist für Käufer wie auch Verkäufer nicht ohne Risiko!
Der Kauf im Internet ist immer auch Vertrauenssache. Die reine Sicherheit der Plattform ist dabei nur eine Facette: Einer der größten Einflussfaktoren auf die Sicherheit seid ihr selbst. Wenn ihr eure Konten nicht richtig absichert, dann ist die Übernahme durch Betrüger ein Leichtes. In der Folge laufen über euren Account plötzlich Verkäufe, mit denen ihr nichts zu tun habt und bei denen dem Käufer natürlich nicht die gekaufte Ware geliefert wird. Reklamationen und weitere Schritte richten sich dann aber an euch!

Account-Sicherheit: Das A und O
Immer noch bietet Kleinanzeigen (ehemals eBay Kleinanzeigen) keine vollwertige Zwei-Faktor-Authentifizierung an. Zwar gibt es mittlerweile eine SMS-Verifizierung bei der Anmeldung, aber das ist längst nicht so sicher wie App-basierte 2FA-Lösungen. Es bleibt euch also nicht viel anderes, als das Passwort regelmäßig zu wechseln und extrem stark zu wählen.
Aufgrund der vielen Datenlecks der letzten Jahre ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eure Standardkombination von E-Mail-Adresse und Kennwort schon weithin bekannt ist. Nutzt für Dienste, die keine zusätzlichen Sicherheitsmechanismen bieten, unbedingt ein eigenes, komplexes Kennwort! Passwort-Manager wie Bitwarden, 1Password oder KeePass helfen euch dabei, für jeden Dienst ein einzigartiges, starkes Passwort zu generieren.
Neue Betrugsmaschen erkennen
Die Betrüger werden immer raffinierter. Neben der klassischen Account-Übernahme sind 2025 und 2026 vor allem diese Maschen aufgekommen:
- KI-generierte Produktfotos: Betrüger nutzen Tools wie Midjourney oder DALL-E, um täuschend echte Produktbilder zu erstellen. Achtet auf zu perfekte Bilder oder macht eine umgekehrte Bildersuche.
- Deepfake-Videocalls: Bei teuren Artikeln bieten Betrüger neuerdings Videoanrufe an, um Vertrauen zu schaffen. Dabei nutzen sie KI-generierte Videos echter Personen.
- Phishing über QR-Codes: Betrüger verschicken QR-Codes, die angeblich zu Bezahldiensten führen, tatsächlich aber Malware installieren oder Zugangsdaten abgreifen.
Sicheres Bezahlen: Was funktioniert noch?
Als Käufer könnt ihr euch zwar nicht vollständig gegen Betrug schützen, aber zumindest im Falle eines Betrugs absichern. PayPal bleibt weiterhin eine der sichersten Optionen, aber Achtung: Zahlt niemals per „PayPal Freunde & Familie“! Nur beim Standard-PayPal („Zahlung für Ware oder Dienstleistungen“) habt ihr den Käuferschutz, der euch das vermeintlich verlorene Geld zurückbringen kann.
Neu hinzugekommen sind in den letzten Jahren weitere sichere Bezahloptionen:
- Kleinanzeigen Bezahldienst: Die Plattform selbst bietet mittlerweile einen eigenen Treuhandservice an, der bei Streitigkeiten vermittelt.
- Apple Pay/Google Pay: Für kleinere Beträge bieten diese Dienste ebenfalls einen gewissen Schutz.
- Klarna: Auch hier gibt es einen Käuferschutz, allerdings solltet ihr die Bedingungen genau prüfen.
Was tun bei Account-Übernahme?
Falls euer Account gehackt wurde, handelt schnell:
- Passwort sofort ändern (falls noch möglich)
- Kleinanzeigen-Support kontaktieren
- Alle aktiven Anzeigen prüfen und fremde löschen
- Bei Schäden: Anzeige bei der Polizei erstatten
- Betroffene Käufer informieren und um Verständnis bitten
Kleinanzeigen hat 2025 ein verbessertes Meldesystem eingeführt, das verdächtige Aktivitäten schneller erkennt. Trotzdem liegt die Hauptverantwortung bei euch.
Präventive Maßnahmen für Verkäufer
Als Verkäufer könnt ihr euch zusätzlich schützen:
- Verlangt bei teuren Artikeln eine Kopie des Personalausweises
- Nutzt die Bewertungsfunktion und prüft die Historie der Käufer
- Bei Abholung: Lasst euch den Personalausweis zeigen
- Dokumentiert Übergaben mit Fotos oder kurzen Videos
- Verkauft hochwertige Gegenstände nur gegen Barzahlung bei Abholung
Der Online-Handel wird nicht sicherer, nur weil die Plattformen größer werden. Im Gegenteil: Je mehr Nutzer, desto attraktiver für Betrüger. Bleibt wachsam und verlasst euch nicht blind auf die Sicherheitsmaßnahmen der Anbieter. Eure eigene Vorsicht ist der beste Schutz.
Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026
