PayPal hat sich als Zahlungsdienstleister etabliert: Neben der Bequemlichkeit vor allem wegen der Sicherheit, wenn eine Bestellung nicht ankommt. Diese Sicherheit habt ihr aber nur unter bestimmten Bedingungen!
PayPal ist superbequem. Ihr müsst nicht mehr manuell eure Kreditkarten- oder Kontodaten eingeben, sondern habt einen zentralen Ort, an dem diese schon vorgespeichert sind und einfach bei einer Zahlung nur noch ausgewählt werden müssen. Wenn die bestellte Ware nicht ankommt oder der Verkäufer nicht reagiert, könnt ihr den Käuferschutz nutzen. Damit habt ihr gute Chancen, euer Geld schnell und ohne großen Aufwand zurück zu bekommen. Das Tolle daran: Für euch als Käufer ist das Ganze kostenlos. Die Gebühren zahlt der Verkäufer.

Genau das ist der Grund, warum einige Verkäufer euch davon zu überzeugen versuchen, per „PayPal Freunde und Familie“ zu zahlen. Dabei fallen keine Gebühren an. Allerdings fallen solche Transaktionen auch nicht unter den Käuferschutz von PayPal. Ihr habt damit keinerlei Sicherheit. Das machen sich Betrüger gerne zu Nutze, um euch bei Kleinanzeigen, Facebook Marketplace, Vinted oder Discogs Dinge zu verkaufen, aber nicht zu verschicken.
Die wichtigsten Unterschiede im Detail:
Bei einer Zahlung über „Waren und Dienstleistungen“ entstehen zwar Gebühren (aktuell 2,49% plus 0,35 Euro Festgebühr in Deutschland), dafür greift aber der umfassende Käuferschutz. Dieser deckt nicht nur den Fall ab, dass die Ware gar nicht ankommt, sondern auch wenn sie erheblich von der Beschreibung abweicht oder beschädigt ist.
Bei „Freunde und Familie“ zahlt ihr keine Gebühren, aber PayPal behandelt es als private Geldüberweisung. Wenn der Verkäufer nicht liefert, steht ihr im Regen. PayPal kann und wird nicht helfen.
Neue Betrugsmaschen 2026:
Betrüger werden immer raffinierter. Sie nutzen mittlerweile KI-generierte Produktfotos, die täuschend echt aussehen, um hochwertige Elektronik oder Sammlerobjekte zu bewerben. Auf Social Media Plattformen wie TikTok oder Instagram erstellen sie sogar fake Profile mit gekauften Followern, um Vertrauen zu schaffen.
Besonders perfide: Der „Umkehr-Trick“. Betrüger behaupten, sie seien selbst schon betrogen worden und bitten deshalb um Zahlung per Freunde-Option. Sie spielen das Opfer, um euer Mitgefühl zu wecken.
PayPal Alternative: Neue Player 2026
Neben PayPal haben sich mittlerweile auch andere Anbieter etabliert. Apple Pay und Google Pay bieten ähnliche Sicherheitsfeatures, allerdings meist nur bei teilnehmenden Händlern. Klarna hat seinen Service ausgebaut und bietet ebenfalls Käuferschutz bei vielen Transaktionen.
Bei Kleinanzeigen und Privatverkäufen bleibt PayPal aber nach wie vor die sicherste Option – sofern ihr die richtige Zahlungsoption wählt.
So erkennt ihr seriöse Verkäufer:
- Sie haben kein Problem mit Käuferschutz-Gebühren
- Sie können detaillierte Fotos des Artikels liefern
- Sie antworten ausführlich auf Nachfragen
- Sie haben Bewertungen oder Verkaufshistorie
- Sie drängen nicht zur schnellen Zahlung
Der Kompromiss-Vorschlag funktioniert:
Natürlich hat nicht jeder Verkäufer, der per PayPal Freunde bezahlt werden will, böse Absichten. Gerade bei kleineren Beträgen schmerzen die Gebühren. Der einfachste Weg: Bietet an, dass ihr per PayPal für Dienstleistungen/Waren zahlt und nach Erhalt die einbehaltenen Gebühren separat per PayPal Freunde erstattet. So ist beiden Seiten geholfen!
Alternativ könnt ihr die Gebühren auch gleich auf den Kaufpreis aufschlagen. Bei einem 100-Euro-Artikel sind das etwa 2,84 Euro – ein kleiner Preis für die Sicherheit.
Darauf müsst ihr achten:
Achtet darauf, dass bei den Zahlungsinformationen unter dem Betrag Artikel oder Dienstleistung bezahlen steht. Wenn nicht, klickt auf Ändern und wählt diese Option aus. In der PayPal-App ist diese Option manchmal etwas versteckt – scrollt nach unten, wenn ihr sie nicht sofort seht.
Wenn doch was schiefgeht:
Solltet ihr versehentlich per Freunde-Option gezahlt haben und betrogen worden sein, ist nicht alles verloren. Meldet den Vorfall trotzdem bei PayPal und erstattet Anzeige bei der Polizei. In manchen Fällen kann eure Bank die Lastschrift noch rückgängig machen, wenn die PayPal-Zahlung erst kürzlich erfolgte.
Fazit: Die paar Euro Gebühren sind gut investiert, wenn ihr dafür eure Sicherheit beim Online-Shopping behaltet. Lasst euch nicht unter Druck setzen!
Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026
