Elon Musk: Neuer Imperator über das Twitter-Reich

Elon Musk herrscht jetzt allein über Twitter

Nach der Übernahme von Twitter hat Elon Musk jetzt die alleinige Macht im Online-Dienst übernommen: Der reichste Mann der Welt kann alle Entscheidungen allein fällen – und durchführen.

Elon Musk lässt keine Zeit verstreichen: Nach seinem „Einzug“ in die Firmenzentrale in San Francisco mit Waschbecken in der Hand – ein symbolhafter Auftritt, der in Form eines englischsprachigen Wortspiels „Gewöhnt Euch dran!“ signalisierte –, hat der neue Chef klar gemacht: Hier bestimme jetzt ich – und zwar ausschließlich!

Die komplette Führungsriege entlassen

Musk hat nicht nur den Chef-Justiziar auf die Straße gesetzt, sondern das komplette Top-Management gefeuert. Alle Menschen auf Direktionsposten wurden entlassen. Musk hat darüber hinaus das „Board“ aufgelöst. Eine Art Verwaltungsrat, der die Geschicke eines Unternehmens steuert und über wichtige Personalfragen entscheidet.

Elon Musk ist jetzt alleiniger Twitter-Chef. Das teilte auch die US-Börsenaufsicht „SEC“ mit. Denn noch ist Twitter ein börsennotiertes Unternehmen, das gewissen Regeln unterworfen ist (etwa: Veröffentlichungspflichten). Sollte Musk Twitter von der Börse nehmen, wäre auch das vorbei.

Twitter wird jetzt praktisch von einem Mann allein "regiert"
Twitter wird jetzt praktisch von einem Mann allein „regiert“

Ein neuer „Herrscher“

Es entsteht fast der Eindruck, als würde ein neuer „Imperator“ herrschen: Die alten Zöpfe werden abgeschnitten, einstige Vasallen entfernt – und das Reich mit neuen Treuen besetzt. So hat Elon Musk IT-Experten aus seinem Tesla-Konzern abgezogen, um Programmcode bei Twitter begutachten zu lassen. Besonders respektvoll und förderlich für eine vertrauensvolle Bindung zu den Entwicklern ist das ganz sicher nicht.

Elon Musk stellt bei Twitter alles in Frage und auf den Kopf. Weil er es kann – ihm gehört das Unternehmen schließlich. Allerdings dürfte das die verbliebenen Arbeitskräfte ebenso verwirren wie Werbekunden und User. Sie alle schauen nach San Francisco und wollen verstehen, wie es wohl weiter geht.

Blauer Haken künftig kostenpflichtig?

Emsig diskutiert wird etwa die beiläufige Erwähnung Musks, der „blaue Haken“ an Twitter-Accounts solle künftig 20 Dollar im Monat kosten. Der blaue Haken symbolisiert: Dieser Account wurde verifiziert. Eine Art Bestätigung, dass das Konto tatsächlich der Person des öffentlichen Lebens (Politiker, Künstler, Journalisten, Prominente) gehört – oder der Marke oder Firma. Besondere Privilegien sind damit nicht verbunden. Der Haken zielt auf Vertrauen und Außenwirkung – soll aber künftig Geld kosten.

Viele User mit blauem Haken sagen schon jetzt: „Das ist es mir nicht wert!“, sofern keine anderen Vorteile damit verbunden sind. Cyber-Betrüger ließen sich die Chance nicht entgehen und haben jetzt Accounts mit blauem Haken angeschrieben: Sie müssten aktiv werden. Mit der Phishing-Attacke sollen die Zugangsdaten prominenter Accounts abgefangen werden. Missbrauch programmiert.

Der blaue Haken auf Twitter

Deutlich mehr Hasskommentare registriert

Die Sorge vieler Menschen, Twitter könnte sich nach dem Aufkauf durch Musk zu einer Hetz-Schleuder entwickeln, scheinen sich zu bewahrheiten. Beobachter verzeichnen mit Sorgen, dass offenbar bei Twitter Maßnahmen gegen Desinformation und Hatespeech deutlich und erkennbar zurückgefahren werden.

Laut Medienberichten (Bloomberg) soll das Gros der Mitarbeiter der verantwortlichen Abteilung „Trust and Safety“ aktuell keine Sanktionen mehr verhängen können, sollten Twitter-Nutzer gegen Bedingungen verstoßen, die Hassrede und Falschinformationen regeln.

Werkzeuge für Mitarbeiter eingeschränkt

Normalerweise können Twitter-Angestellte in solchen Fällen Beiträge löschen oder Konten zeitweise oder dauerhaft sperren. Doch laut Bloomberg haben die meisten Mitarbeiter aktuell offenbar keinen Zugriff mehr auf die wichtigen internen Werkzeuge und Programme, um die Regeln der Plattform umzusetzen. Laut Medienbericht soll nur noch bei besonders weitreichenden Verstößen durchgegriffen werden können.

Die Folge: Nach der Twitter-Übernahme ist Beobachtern ein Anstieg von Tweets mit rassistischer Hassrede aufgefallen. Twitter zufolge kamen rund 50.000 solcher Tweets von nur 300 Accounts. Man gehe dagegen an

 

 

 

 

 

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