Einrichten einer Fritz!Box als VPN-Server

von | 24.09.2020 | Internet

Euer Router ist ja sowieso die Verbindung eures Netzwerks zum Internet. Damit bietet er sich an, auch von außen Berechtigten die Möglichkeit zu geben, auf euer Netzwerk zuzugreifen. Folgerichtig haben viele Router einen eigenen VPN-Server integriert. So auch die AVM Fritz!Box. Den müsst ihr nur noch konfigurieren.

Gerade in Zeiten von Homeoffice und hybriden Arbeitsmodellen ist ein sicherer Fernzugriff auf das Heimnetzwerk wichtiger denn je. Die Fritz!Box bietet hier seit Jahren eine solide Lösung, die 2025/26 durch verbesserte Verschlüsselung und einfachere Einrichtung noch attraktiver geworden ist.

MyFritz-Konto: Die Basis für alles

Im ersten Schritt richtet ihr unter Internet > MyFritz-Konto ein Konto bei AVM ein. Dieses erlaubt den Fernzugriff auf eure Fritz!Box über einen internen Dienst des Herstellers. Ihr benötigt also keine Registrierung bei einem externen Dynamic DNS-Dienst und erspart euch die Konfiguration von Portfreigaben und anderen technischen Funktionen.

Das MyFritz-Konto hat sich seit 2024 deutlich verbessert: Die Verbindungszeiten sind schneller geworden und die Sicherheit wurde durch zusätzliche Zwei-Faktor-Authentifizierung erhöht. Ihr könnt direkt über die Oberfläche der Fritz!Box alle nötigen Schritte abarbeiten und seid schon über dieses Konto in der Lage, den Router aus dem Internet zu steuern.

VPN-Server aktivieren und konfigurieren

Als nächstes müsst ihr den VPN-Server der Fritz!Box aktivieren und einrichten. Klickt im Hauptmenü der Konfigurationsoberfläche auf Internet > Freigaben > VPN.

Durch einen Klick auf VPN-Verbindung hinzufügen könnt ihr eine neue VPN-Verbindung einrichten. Hier kommt es nun darauf an: Wenn ihr nur von außen auf die Fritz!Box und euer Netzwerk zugreifen können wollt, dann wählt Fernzugang für einen Benutzer einrichten. Alternativ könnt ihr auch die Netzwerke zweier Fritz!Boxen miteinander verbinden. Beispielsweise dann, wenn ihr Zuhause und Büro oder Ferienwohnung miteinander verbinden wollt und an beiden Orten eine Fritz!Box vorhanden ist. Dann habt ihr am Ende ein einziges Netzwerk.

Im Normalfall werdet ihr als einzelne Benutzer das Verlangen verspüren, auf euer Netzwerk und eure Rechner als Einzelbenutzer zugreifen zu wollen. Hier solltet ihr nicht den Standardbenutzer verwenden, sondern einen separaten Benutzer anlegen!

Moderne Verschlüsselung und verbesserte Sicherheit

Die Fritz!Box unterstützt seit den neuesten Firmware-Updates auch WireGuard als VPN-Protokoll – eine moderne Alternative zu IPSec, die oft schneller und energiesparender ist. Besonders bei mobilen Geräten macht sich das bemerkbar. Für maximale Kompatibilität bleibt IPSec aber weiterhin die erste Wahl.

Gebt nun die von der Fritz!Box abgefragten Daten ein, legt den VPN-Benutzer fest, dann seid ihr schon so gut wie fertig. Euer Router sucht sich nämlich selber die eher komplexeren Angaben (wie das „Shared Secret“ der VPN-Verbindung etc.) aus. Das erspart euch den Aufwand, euch dieses ausdenken zu müssen. Keine Sorge: Wenn ihr in der VPN-Übersicht auf VPN-Einstellungen klickt, dann bekommt ihr alle relevanten Informationen angezeigt.

Client-Konfiguration: So verbindet ihr euch

Nun müsst ihr nur noch auf dem Gerät, das ihr dabeihaben, die VPN-Verbindung anlegen. Wählt dazu als Verbindungstyp IPSec (bei macOS CISCO IPSec) und gebt die Daten aus der Übersicht der VPN-Einstellungen eurer Fritz!Box ein.

Für Android und iOS gibt es mittlerweile auch die offizielle „Fritz!App VPN“, die die Konfiguration noch weiter vereinfacht. Die App liest die Konfiguration per QR-Code aus der Fritz!Box-Oberfläche aus – fehleranfällige manuelle Eingaben gehören damit der Vergangenheit an.

Was ihr nach der Verbindung erreichen könnt

Der VPN-Benutzer bekommt nach dem Aufbau der VPN-Verbindung eine freie IP-Adresse in eurem Netzwerk zugewiesen und hat damit Zugriff auf alle Geräte, die sich in diesem Netzwerk befinden. Netzwerkfestplatten, SmartHome-Geräte, Überwachungskameras, Drucker – all das ist ohne weitere Konfiguration erreichbar.

Wichtige Punkte für die Praxis

Allerdings solltet ihr euch darüber klar sein, dass ihr gegebenenfalls den Datenverkehr verdoppelt: Wenn ihr größere Dateien herunterladet, dann geht die Anforderung über euren Router zuhause. Der lädt die Datenpakete herunter und leitet sie dann über die VPN-Verbindung zu dem anfragenden Gerät weiter. Das kann bei langsamen Upload-Geschwindigkeiten zuhause zum Flaschenhals werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Denkt an die Sicherheit eurer Heimgeräte. Wenn ihr per VPN von außen zugreifen könnt, sollten alle Geräte im Netzwerk mit aktueller Firmware und starken Passwörtern ausgestattet sein. Ein kompromittiertes Smart-TV oder eine unsichere IP-Kamera werden durch den VPN-Zugang nicht sicherer.

Für Unternehmen interessant: Die Fritz!Box kann bis zu zwölf gleichzeitige VPN-Verbindungen verwalten. Das reicht für kleine Teams völlig aus und macht teure Hardware-VPN-Lösungen oft überflüssig.

Zuletzt aktualisiert am 27.02.2026