Meta Smartglasses: Achtung, Aufnahme!

von | 17.11.2023 | Hardware

Meta hat gemeinsam mit RayBan smarte Brillen entwickelt, die bereits in der dritten Generation verfügbar sind: Sie können nicht nur Musik abspielen, sondern auch Fotos und Videos aufnehmen, live streamen und dank integrierter KI sogar Objekte erkennen und Fragen beantworten. Über Möglichkeiten und Risiken der unsichtbaren Kamera.

Eine Brille, wie aus einem James-Bond-Film: Wer Meta’s Ray-Ban Smart Glasses aufsetzt, hat für Außenstehende eine völlig normale Sonnenbrille oder Brille auf der Nase. Doch in der stylischen Brille, vor allem in den Bügeln, ist jede Menge Hightech verbaut. Die aktuelle Generation 3 kostet ab 349 EUR und ist deutlich leistungsfähiger als ihre Vorgänger.

In der linken und rechten Front sind kleine Linsen verbaut, die vergleichsweise gute Aufnahmen machen – völlig diskret

In der linken und rechten Front sind kleine Linsen verbaut, die vergleichsweise gute Aufnahmen machen – völlig diskret

Musik aus dem Bügel – jetzt noch besser

Die aktuelle Brille kann deutlich mehr als ihre Vorgänger. Die eingebauten Open-Ear-Lautsprecher liefern mittlerweile erstaunlich guten Klang, ohne dass Umstehende etwas mitbekommen. Ein Tippen am Bügel startet oder stoppt die Musik, ein Wischen kontrolliert die Lautstärke. Die Akkulaufzeit wurde auf bis zu 8 Stunden Musikwiedergabe verlängert.

Doch die interessanteste Funktion bleibt die eingebaute 12-Megapixel-Kamera: Ein kurzer Tipp auf den Button vorne rechts im Bügel, und die in der Brillenfront verborgenen Linsen machen eine Aufnahme. Geräuschlos und praktisch unbemerkt. Einmal lange drücken, und die Smartglasses dreht ein Video – mittlerweile bis zu 3 Minuten Länge in 1080p-Qualität.

KI-Integration revolutioniert die Nutzung

Seit Ende 2025 ist Meta AI vollständig in die Brillen integriert. Ihr könnt die Brille jetzt auch auf Deutsch fragen: „Was ist das für ein Gebäude?“ oder „Übersetze diesen Text“. Die KI erkennt Objekte, Pflanzen, Tiere und kann sogar Texte vorlesen. Besonders praktisch: Die Brille kann Wegbeschreibungen geben oder beim Einkaufen Preise vergleichen.

Die Sprachsteuerung funktioniert jetzt mit „Hey Meta“ auf Deutsch und ist deutlich zuverlässiger geworden. Auch komplexere Befehle wie „Mache ein Foto und teile es auf Instagram“ funktionieren problemlos.

Fotos und Videos in der Meta View App

Die Aufnahmen werden in der Brille gespeichert (jetzt mit 128 GB Speicher) und lassen sich mit der weiterentwickelten „Meta View“-App ins Smartphone übertragen. Die App nutzt KI, um automatisch die besten Aufnahmen zu identifizieren und kann sogar automatisch Bildunterschriften generieren.

Die Aufnahmequalität hat sich erheblich verbessert: Neben den klassischen vertikalen Formaten für Social Media unterstützt die neue Generation auch 16:9-Aufnahmen und sogar 4K-Video für kurze Clips. HDR-Unterstützung und verbesserte Stabilisierung machen die Aufnahmen deutlich professioneller.

Achtung Aufnahme: Neue Erkennbarkeit

Aufgrund zunehmender Datenschutzbedenken hat Meta die Erkennbarkeit von Aufnahmen verbessert. Die LEDs sind jetzt deutlich heller und blinken bei Aufnahmen sichtbarer. Zusätzlich gibt es einen akustischen Signalton, der lauter ist als bei den Vorgängern – aber immer noch diskret genug, um nicht zu stören.

Eine neue Funktion ist der „Privacy Mode“: In bestimmten Bereichen wie Umkleidekabinen oder Toiletten deaktiviert sich die Kamera automatisch basierend auf GPS-Daten und KI-Objekterkennung.

Rechtslage wird strenger kontrolliert

Die Rechtslage hat sich seit 2024 verschärft. Der auf IT-Recht spezialisierte Rechtsanwalt Michael Terhaag aus Düsseldorf betont: „Mit dem neuen Digital Services Act und verschärften Datenschutzbestimmungen sind heimliche Aufnahmen noch problematischer geworden. Nicht nur das Recht am eigenen Bild, sondern auch die EU-Verordnung zur KI-Regulierung greift hier.“

Wer Aufnahmen macht, muss strikt darauf achten, keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen. Bei Live-Streams auf Facebook oder Instagram – die jetzt auch auf YouTube, TikTok und Twitch funktionieren – gilt das besonders. Viele öffentliche Einrichtungen haben mittlerweile Verbotsschilder für Smart Glasses aufgestellt.

Augmented Reality und neue Features

Die größte Neuerung ist die Integration von Augmented Reality. Kleine Projektoren können jetzt Informationen direkt ins Sichtfeld einblenden – Navigationshinweise, Nachrichten oder Social-Media-Benachrichtigungen. Das funktiert subtil und lenkt nicht vom Straßenverkehr ab.

Eine weitere praktische Funktion ist die Übersetzung in Echtzeit: Fremdsprachige Schilder oder Speisekarten werden automatisch erkannt und übersetzt. Auch für Menschen mit Sehschwäche bietet die Brille jetzt erweiterte Unterstützung durch Objekterkennung und Sprachausgabe.

Verfügbarkeit und Preise

Die Ray-Ban Meta Smart Glasses sind in Deutschland regulär erhältlich. Die Auswahl ist noch größer geworden: Über 200 Varianten stehen zur Verfügung, von klassischen Wayfarers bis zu sportlichen Modellen. Auch progressive Gläser und Blaulichtfilter sind verfügbar.

Die Preise beginnen bei 349 EUR für das Basismodell und reichen bis 499 EUR für Premium-Versionen mit zusätzlichen Features wie erweiterten AR-Funktionen. Verschreibungspflichtige Gläser kosten extra, werden aber von vielen Optikern unterstützt.

Ausblick: Was kommt als nächstes?

Meta arbeitet bereits an der nächsten Generation, die noch unauffälliger werden soll. Gerüchte sprechen von vollständig transparenten Displays und noch längerer Akkulaufzeit. Auch andere Hersteller wie Apple, Google und Snapchat haben ähnliche Produkte angekündigt oder bereits getestet.

Die smarten Brillen werden definitiv ein Teil unseres Alltags werden – die Frage ist nur, wie verantwortungsvoll wir damit umgehen.

Zuletzt aktualisiert am 17.02.2026