Die Installation einer App oder die Nutzung eines Services sind schnell erledigt. Was ihr aber im Hintergrund mal eben durch einen Klick bestätigt und oft nicht wirklich wahrnehmt: Ihr vergebt damit Berechtigungen. Auf Sensoren wie die Kamera oder das GPS, aber auch auf Daten wie eure Kontakte, Termine oder andere persönliche Informationen. Berechtigungen, die oft nicht mal nötig sind. Darum kontrolliert diese regelmäßig!
2026 ist das Thema relevanter denn je: Moderne Apps fordern immer mehr Berechtigungen und mit KI-Features werden noch detailliertere Profile über euch erstellt. So, wie ihr für jede App festlegen könnt, welche Sensoren und Daten sie nutzen darf, so könnt ihr auch einsehen und festlegen, welche Sensoren welcher App Daten liefern dürfen. Das ist doch dasselbe? Nicht ganz: Bestimmte Daten und Sensoren sind für euch wichtiger und kritischer als andere. Wenn ihr beispielsweise wissen wollt, welche Apps auf eure Kontakte zugreifen können, dann ist es viel zu viel Aufwand, alle Apps zu durchsuchen, denn das sind im Zweifel hunderte!
Besonders kritisch sind heute biometrische Sensoren, Mikrofon-Zugriffe für Sprachanalysen und Bewegungssensoren, die detaillierte Verhaltensprofile erstellen können. Viele Apps nutzen diese Daten mittlerweile für Machine Learning und verkaufen Insights an Datenhändler weiter.
Sensoren bei iOS schützen
Apple hat mit iOS 18 und den neueren Versionen die Datenschutz-Optionen deutlich erweitert. Bei iOS könnt ihr die Freigabe der Sensoren hier ansehen und verändern:
- Tippt in den Einstellungen von iOS auf Datenschutz & Sicherheit.
- Generell könnt ihr hier die Ortungsdienste, die ja die größte Gefahr eines Ausspionierens bieten, generell deaktivieren oder dies für die einzelnen Apps separat machen. Neu ist die Funktion „Ungefährer Standort“, die nur eine grobe Region statt präzise GPS-Koordinaten weitergibt.
- Darunter findet ihr andere Datenkategorien (wie die Kontakte, den Kalender oder die Erinnerungen) und Sensoren. Wichtig sind auch die neuen Kategorien „Gesundheit“, „HomeKit“ und „Medien & Apple Music“.
- Tippt eine Kategorie an, dann zeigt iOS euch eine Liste der Apps, die auf die entsprechenden Daten zugreifen sollen, an. Hier könnt ihr für jede einzelne App festlegen, ob diese die Daten abrufen darf oder nicht.
- Besonders wichtig: Der neue „App-Datenschutzbericht“ zeigt euch detailliert, welche App wann auf welche Daten zugegriffen hat. Findet ihr unter Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > App-Datenschutzbericht.
- Auf diesem Weg könnt ihr euch auch schnell eine Übersicht verschaffen, welche Apps überhaupt den Anspruch erheben. Das hilft dabei Apps zu identifizieren, die mehr fordern, als sie brauchen. Solche Apps solltet ihr direkt deinstallieren!
Neue iOS-Features für mehr Schutz: Mit iOS 18.2 wurden „Privacy Nutrition Labels“ eingeführt – Apps müssen jetzt noch transparenter zeigen, welche Daten sie sammeln. Außerdem könnt ihr Apps jetzt temporäre Berechtigungen erteilen, die nach einer bestimmten Zeit automatisch widerrufen werden.
Sensoren bei Android schützen
Android 15 und die neueren Versionen haben ebenfalls deutlich nachgebessert beim Datenschutz. Bei Android könnt ihr die Freigabe der Sensoren hier ansehen und verändern:
- Tippt in den Einstellungen von Android auf Sicherheit & Datenschutz.
- Hier tippt dann auf Berechtigungsverwaltung. Der Berechtigungs-Manager zeigt euch alle Berechtigungen in einer Liste und darunter die Anzahl der Apps, die diese jeweils nutzen.
- Tippt auf einen Eintrag, dann zeigt Android euch alle Apps an, die die Berechtigung bzw. die Daten nutzen. Deaktiviert hier all die, die das nicht sollen.
- Neu in Android 15: „Adaptive Berechtigungen“ – das System schlägt euch automatisch vor, Berechtigungen zu entziehen, wenn eine App diese längere Zeit nicht genutzt hat.
- Der „Datenschutz-Dashboard“ gibt euch eine Timeline, wann welche App auf sensitive Daten zugegriffen hat. Findet ihr unter Einstellungen > Datenschutz > Datenschutz-Dashboard.
- Auf diesem Weg könnt ihr euch auch schnell eine Übersicht verschaffen, welche Apps überhaupt den Anspruch erheben. Das hilft dabei Apps zu identifizieren, die mehr fordern, als sie brauchen. Solche Apps solltet ihr direkt deinstallieren!
Besonders kritische Berechtigungen 2026
Diese Berechtigungen solltet ihr besonders kritisch prüfen:
- Standort: Ermöglicht detaillierte Bewegungsprofile und Verhaltensanalysen
- Mikrofon: Wird für Sprachanalysen und Werbe-Targeting genutzt
- Kamera: Nicht nur für Fotos – auch für Gesichtserkennung und Augmented Reality
- Kontakte: Werden für Social Graphing und Netzwerk-Analysen verwendet
- Sensoren: Beschleunigungsmesser, Gyroskop etc. verraten erstaunlich viel über euer Verhalten
Unser Tipp: Führt alle drei Monate einen „Berechtigungs-Check“ durch. Besonders nach App-Updates ändern sich oft die Anforderungen. Nutzt außerdem alternative App Stores wie F-Droid (Android), die datenschutzfreundlichere Apps anbieten.
Zuletzt aktualisiert am 16.02.2026