Verfeinerte Suche unter Windows: Wildcards

von | 14.08.2023 | Windows

Wenn ihr bisher dachtet, die Windows-Suche wäre schon leistungsfähig, dann kommt jetzt noch eine Dimension hinzu: Die Wildcards.

Windows lebt davon, dass die meisten Funktionen bequem per Mausklick anwählbar sind. Unter der Haube sind aber noch diverse Funktionen aus den alten MS-DOS-Zeiten vorhanden. Die funktionieren in Windows 11 und auch in Windows 12 immer noch genauso. Die Wildcards basieren auf dem Aufbau der Dateinamen auf dem PC und geben euch deutlich mehr Kontrolle über eure Suchanfragen.

Besonders praktisch: Diese Wildcards funktionieren nicht nur im klassischen Explorer, sondern auch in der neuen Windows Search-Oberfläche und sogar in PowerToys Run, falls ihr das Microsoft-Tool nutzt.

Der Aufbau der Dateinamen

Während der ersten Windows-Versionen, die noch auf MS-DOS aufsetzten, waren die Möglichkeiten der Namensvergabe bei Dateien stark eingeschränkt: 8 Zeichen plus 3 für die Erweiterung waren das Maximum. Da war schon einige Fantasie nötig, um einen sprechenden Dateinamen zu finden. Heute ist das völlig anders: Bis auf Sonderzeichen könnt ihr im Dateinamen so gut wie alles unterbringen, was euch zur Identifikation der Datei hilft.

Einige Dinge solltet ihr allerdings beachten:

  • Ein zu kurzer Dateiname schadet der Übersicht. Ein zu langer aber ebenso: Der Inhalt der Datei sollte in der Datei selbst stehen und nicht im Namen. Findet einen Kompromiss zwischen sprechendem und kurzem Namen!
  • Sonderzeichen sind zumindest teilweise zulässig. Trotzdem: Verzichtet möglichst darauf. Statt eines Leerzeichens verwendet den Unterstrich _, der auf der Tastatur über dem Minus-Zeichen liegt. Das stellt Kompatibilität mit Cloud-Diensten wie OneDrive oder Google Drive sicher.
  • Moderne Dateisysteme wie NTFS unterstützen Unicode-Zeichen, aber vermeidet trotzdem Emojis oder exotische Sonderzeichen in Dateinamen – das kann bei der Synchronisation zwischen verschiedenen Geräten zu Problemen führen.

Der hintere Teil des Dateinamens, der sich hinter dem Punkt befindet, dient vor allem Windows und seinen Apps zur Zuordnung der Anwendung, die die Datei erzeugt hat beziehungsweise mit der sie geöffnet werden soll. Windows erkennt automatisch, dass eine .docx-Datei mit Word oder einer kompatiblen Textverarbeitung geöffnet werden soll.

So funktionieren Wildcards in der Praxis

Ihr könnt die Suche erheblich verfeinern, indem ihr Teile der Dateinamen durch Symbole ersetzt:

  • Das * (Asterisk) ersetzt beliebige Zeichen: Egal welche und egal wie viele. And*.* findet beispielsweise Andreas.docx, Android.xlsx, Andromedanebel.png und viele mehr. Damit legt ihr den Anfang des Dateinamens fest, der Rest ist beliebig.
  • Das ? (Fragezeichen) ersetzt genau ein Zeichen im Dateinamen. Beispiel: Ihr wisst, dass die Namen der gesuchten Dateien immer mit W11_ anfangen und danach zweistellig die Jahreszahl kommt, dann zweistellig der Monat. Ihr wollt aber nur alle Dateien vom März, also 03. Die passende Wildcard ist dann W11_??03*.* (Alle Dateien, deren Name mit W11_ beginnt, die danach zwei beliebige Zeichen und dann 03 haben).
  • Diese Wildcards könnt ihr sowohl in der klassischen Explorer-Suche als auch in der modernen Windows Search verwenden. Gebt sie einfach als Suchbegriff ein.

Erweiterte Wildcard-Techniken

Für Power-User gibt es noch weitere Möglichkeiten:

  • Nur nach Erweiterungen suchen: Mit *.pdf findet ihr alle PDF-Dateien, mit *.jpg alle JPEG-Bilder.
  • Mehrere Wildcards kombinieren: Projekt_*_2026.* findet alle Dateien, die mit „Projekt_“ beginnen, dann beliebige Zeichen haben, gefolgt von „_2026“ und einer beliebigen Erweiterung.
  • Präzise Längensuche: ?????.txt findet alle Textdateien, deren Name exakt fünf Zeichen lang ist.

Wildcards in verschiedenen Windows-Tools

Die Wildcard-Funktionen sind nicht nur im Explorer verfügbar:

  • Eingabeaufforderung: Der klassische dir-Befehl unterstützt Wildcards vollständig
  • PowerShell: Moderne Cmdlets wie Get-ChildItem arbeiten ebenfalls mit Wildcards
  • Windows Search: Die integrierte Suchfunktion versteht Wildcards in Kombination mit anderen Suchoperatoren
  • Drittanbieter-Tools: Programme wie Everything oder PowerToys Run erweitern die Wildcard-Funktionen noch weiter

Tipps für effektive Wildcard-Suchen

Damit eure Suchen wirklich effektiv werden, beachtet diese Punkte:

  • Konsistente Benennung: Je strukturierter eure Dateinamen sind, desto besser funktionieren Wildcards. Etabliert ein System für wiederkehrende Dateitypen.
  • Kombiniert mit Filtern: In Windows 11 und 12 könnt ihr Wildcards mit Datums- und Größenfiltern kombinieren für noch präzisere Ergebnisse.
  • Experimentiert: Die Wildcard-Suche mag am Anfang ungewohnt sein, aber mit etwas Übung werdet ihr deutlich schneller die richtigen Dateien finden.

Die Wildcards sind ein mächtiges Werkzeug, das viele Windows-Nutzer übersehen. Einmal verstanden, werdet ihr nicht mehr darauf verzichten wollen – versprochen!

Zuletzt aktualisiert am 18.02.2026