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KeePass: Der kostenlose Passwort-Manager im Check

von | 15.10.2019 | Android, iOS, Software

Auch wenn biometrische Verfahren wie Fingerabdruck, Gesichtserkennung und passkey-basierte Authentifizierung immer mehr Bedeutung gewinnen: Das klassische Passwort bleibt nach wie vor der am weitesten verbreitete Zugangsschutz im digitalen Alltag. Umso wichtiger ist es, eure Passwörter professionell zu verwalten. KeePass ist ein kostenloses Open-Source-Programm, das euch eine umfassende Lösung für die Passwortverwaltung bietet.

Vordergründig handelt es sich bei KeePass um einen mächtigen und hochsicheren Passwort-Manager. Wenn ihr das Programm das erste Mal startet, müsst ihr ein Master-Passwort eingeben. Dieses verschlüsselt die gesamte Datenbank mit AES-256-Verschlüsselung – einem Standard, der auch von Geheimdiensten verwendet wird. Je länger und komplexer dieses Master-Passwort ist, desto wirksamer ist die Verschlüsselung. Ein farbiger Balken unter dem Eingabefeld zeigt euch in Echtzeit an, wie stark das Passwort ist.

Alternativ zum Master-Passwort könnt ihr auch eine Schlüsseldatei verwenden oder beides kombinieren – das erhöht die Sicherheit nochmals erheblich. Die Schlüsseldatei könnt ihr beispielsweise auf einem USB-Stick speichern, den ihr physisch bei euch tragt.

Ist die Datenbank einmal angelegt, könnt ihr wie in anderen Passwort-Managern auch Passwort-Einträge anlegen und diese in Kategorien organisieren. Innerhalb der Einträge habt ihr alle Freiheiten: Neben dem eigentlichen Passwort könnt ihr URLs, Notizen, Ablaufdaten und sogar Dateien hinterlegen. Besonders praktisch ist die Auto-Type-Funktion, die eure Anmeldedaten automatisch in Webseiten oder Programme einträgt.

Der integrierte Passwort-Generator ist ein echter Alleskönner: Ihr könnt die Länge festlegen, bestimmte Zeichentypen ein- oder ausschließen und sogar Wortlisten für aussprechbare Passwörter verwenden. Für jeden Dienst könnt ihr so individuelle, hochsichere Passwörter generieren, ohne euch diese merken zu müssen.

Besonders wertvoll wird KeePass durch seine Analysemöglichkeiten: Ihr vergebt Passwörter meist schnell und unter Zeitdruck. Auch wenn ihr wisst, wie wichtig ein gutes Passwort ist – das Risiko liegt oft in der Ähnlichkeit von Passwörtern zueinander. Kennt ein Angreifer das eine, kann er oft durch leichte Modifikationen andere erraten.

Unter Suchen könnt ihr umfassende Analysen auf die gesamte Passwortdatenbank durchführen. Die Passwort-Qualität-Prüfung zeigt euch schwache Passwörter an. Eine weitere Analyse findet Doppelte und Ähnliche Passwörter. Zusätzlich gibt es eine Funktion, die abgelaufene Passwörter identifiziert – praktisch, wenn ihr regelmäßige Passwort-Wechsel plant. Nach der Durchführung der Analyse könnt ihr die problematischen Passwörter gezielt austauschen.

Ein großer Vorteil von KeePass ist die plattformübergreifende Verfügbarkeit. Neben der Windows-Version gibt es offizielle und inoffizielle Portierungen für macOS, Linux, Android und iOS. Eure Passwort-Datenbank könnt ihr über Cloud-Dienste wie Dropbox, OneDrive oder Google Drive synchronisieren – die Verschlüsselung bleibt dabei bestehen.

Für erweiterte Funktionen sorgt ein umfangreiches Plugin-System. Beliebte Erweiterungen sind etwa KeeAgent für SSH-Schlüssel-Management, KeePassHttp für Browser-Integration oder WebAutoType für erweiterte Auto-Type-Funktionen.

Ein Punkt, den ihr beachten solltet: KeePass richtet sich eher an technisch versierte Nutzer. Die Benutzeroberfläche ist funktional, aber nicht so elegant wie bei kommerziellen Alternativen wie 1Password oder Bitwarden. Dafür bekommt ihr aber vollständige Kontrolle über eure Daten und müsst niemandem vertrauen – ein wichtiger Aspekt bei so sensiblen Informationen wie Passwörtern.

Für Teams gibt es KeePass auch in einer Server-Variante, die gleichzeitiges Arbeiten mehrerer Nutzer an einer Datenbank ermöglicht. Das macht es auch für kleine Unternehmen interessant, die ihre Zugangsdaten zentral verwalten möchten.

Regelmäßige Updates halten KeePass auf dem neuesten Stand der Sicherheitstechnik. Die aktive Community sorgt dafür, dass Sicherheitslücken schnell geschlossen werden. Als Open-Source-Projekt könnt ihr außerdem den Quellcode einsehen – Transparenz, die bei Sicherheitssoftware Gold wert ist.

Fazit: KeePass ist nach wie vor eine der besten kostenlosen Lösungen für professionelles Passwort-Management. Wer bereit ist, sich etwas einzuarbeiten, bekommt ein mächtiges Werkzeug für mehr digitale Sicherheit.

Zuletzt aktualisiert am 03.03.2026

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