Legales Teilen von Musik: Playlisten richtig teilen

von | 05.01.2021 | Android, iOS, macOS, Windows

Musik-Streamingdienste gibt es viele, in der Summe funktionieren sie aber alle gleich: Ihr habt Zugang zu einer riesigen Menge an Musikstücken, Interpreten und Alben und könnt aus den einzelnen Stücken Playlisten erstellen. Die sind die elektronische Variante des Mixtapes, der Cassette mit euren Lieblingsliedern. Diese Playlisten könnt ihr dann mit anderen teilen – und das völlig legal.

Egal ob Amazon Music, Spotify, Tidal, Apple Music oder YouTube Music – ihr könnt in der App sowie auf der Webseite eigene Playlisten anlegen. Denen gebt ihr einen Namen und dann ordnet ihr ihnen Musikstücke zu, die in der angegebenen Reihenfolge abgespielt werden sollen. Innerhalb der Playlist klickt ihr dann auf die Einstellungen, dann auf Playlist teilen.

Ihr bekommt einen Link, der eure individuelle Playlist im Streaming-Service verfügbar macht. Schickt diesen einfach per E-Mail, WhatsApp oder über Social Media an alle, mit denen ihr zusammen Musik hören wollt. Die einzige Voraussetzung: Die Empfänger müssen ebenfalls Zugriff auf den Musikservice haben, denn die Playlist enthält ja nicht die Musik an sich, sondern nur die Information über die Titel und deren Reihenfolge.

Kollaborative Playlisten: Gemeinsam sammeln macht mehr Spaß

Spannender wird es bei kollaborativen Playlisten. Spotify war hier Vorreiter, inzwischen ziehen aber alle anderen nach. Bei kollaborativen Playlisten können mehrere Nutzer gleichzeitig Titel hinzufügen oder entfernen. Das macht besonders Sinn für Partys, WG-Playlisten oder wenn ihr euch mit Freunden regelmäßig neue Musik zeigen wollt.

Bei Spotify aktiviert ihr das über die drei Punkte neben dem Playlist-Namen und wählt „Zur kollaborativen Playlist machen“. Danach können alle, die den Link haben und einen Spotify-Account besitzen, mitgestalten. Apple Music hat mit „Collaborative Playlists“ nachgezogen, Amazon Music bietet „Family Playlists“ an.

Plattformübergreifend teilen: Die neuen Tools

Ein Problem bleibt: Was passiert, wenn ihr Spotify nutzt, eure Freunde aber Apple Music? Hier helfen mittlerweile verschiedene Dienste weiter. SongShift, Soundiiz oder TuneMyMusic können Playlisten zwischen verschiedenen Streaming-Diensten übertragen. Das funktioniert nicht immer zu 100 Prozent – manche Titel gibt es nicht auf allen Plattformen – aber deutlich besser als früher.

Noch eleganter: Einige Apps wie „Playlist Buddy“ oder Websites wie „Playlist Converter“ erstellen automatisch Links für mehrere Plattformen gleichzeitig. Ihr gebt eure Spotify-Playlist ein und bekommt die entsprechenden Links für Apple Music, YouTube Music und Co.

Social Features: Musik wird wieder sozialer

Die Streaming-Dienste haben erkannt, dass Musik ein soziales Erlebnis ist. Spotify zeigt euch über „Friend Activity“, was eure Kontakte gerade hören. Apple Music hat „Listen with Friends“ eingeführt, bei dem ihr synchron mit anderen hören könnt. Discord hat mit seinen Musik-Bots eine ganz eigene Kultur des gemeinsamen Musik-Hörens geschaffen.

Bei Instagram und TikTok könnt ihr Musik-Snippets in Stories und Posts einbauen – das ist ebenfalls eine Form des legalen Teilens, da die Plattformen entsprechende Lizenzen haben. Shazam, inzwischen zu Apple gehörend, lässt sich perfekt mit den Streaming-Diensten verknüpfen und macht das Teilen von Musik-Entdeckungen kinderleicht.

Rechtlich sicher: Warum Playlist-Sharing legal ist

Im Gegensatz zum Download und Weitergeben von MP3-Dateien ist das Teilen von Playlisten völlig legal. Ihr teilt keine Musikdateien, sondern nur Metadaten – also Informationen darüber, welche Titel in welcher Reihenfolge abgespielt werden sollen. Die eigentliche Musik bleibt auf den Servern der Streaming-Anbieter, die dafür entsprechende Lizenzen besitzen.

Das gilt auch für kollaborative Playlisten oder das Einbetten von Playlisten in Webseiten. Solange die Musik über die offiziellen Player der Streaming-Dienste abgespielt wird, bewegt ihr euch im legalen Rahmen. Anders sieht es aus, wenn jemand Playlist-Links nutzt, um daraus MP3-Dateien zu „rippen“ – aber das ist dann ein Problem der Person, die das macht, nicht eures.

Tipps für bessere Playlisten

Eine gute Playlist braucht einen roten Faden. Das kann ein Genre sein, eine Stimmung oder ein bestimmter Anlass. Überlegt euch, wann und wo die Playlist gehört werden soll. Party-Playlisten brauchen andere Titel als Entspannungsmusik oder Sport-Playlisten.

Achtet auf die Übergänge zwischen den Titeln. Spotify und Co. zeigen euch die BPM (Beats per Minute) an – nutzt das für fließende Übergänge. Auch die Lautstärke der einzelnen Titel spielt eine Rolle: Niemand will plötzlich von leisem Jazz mit lautem Metal „erschlagen“ werden.

Macht eure Playlisten nicht zu lang. 20-30 Titel reichen meist. Lieber mehrere thematische Playlisten als eine endlose Liste. Und: Aktualisiert eure Playlisten regelmäßig. Musik lebt von Abwechslung.

Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026