Datenschutz und Datensicherheit wollen gelernt sein

Europäischer Datenschutztag: Darauf solltet Ihr achten

Am 28. Januar ist europäischer Datenschutztag. Wir sollen uns alle Gedanken um Datenschutz und Datensicherheit machen. Bitte sehr!

Datenschutz ist ein wichtiges Thema, über das wir hier ständig berichten – meist aus weniger erfreulichen aktuellen Gründen. Aber diese Woche noch aus einem anderen Grund: Der heutige 28. Januar ist offizieller „Datenschutztag“ der EU.

Der 28. Januar ist nämlich der Tag, an dem 1981 die vertragliche Regelung des Europarats zum Datenschutz, die Europäische Datenschutzkonvention, zur Unterzeichnung vorgelegt wurde. Und am offiziellen Datenschutztag sollen wir uns alle mit dem Thema beschäftigen, um uns für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.

Das Passwort sollte mit Bedacht gewählt werden
Das Passwort sollte mit Bedacht gewählt werden

Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Stellen wir uns am Datenschutztag doch mal die Frage: Wie gut ist es eigentlich um unseren Datenschutz bestellt – was sagst Du als unser Netzdenker dazu, der sich tagein, tagaus mit solchen Fragen beschäftigt.

Europa ist ja bekannt dafür, einen strengen Datenschutz zu haben. Das hat auch eindeutig seine Vorteile: Wir achten zumindest darauf, was passieren könnte, sind aufmerksam und dämmen die Datensammelwut ein.

Das führt auch zu aus meiner Sicht absurden Regeln, etwa die vielen Formulare, die wir andauernd beim Arzt oder Friseur unterschreiben müssen oder die vielen Cookie Banner, die abgeklickt werden wollen – wegen der DSGVO, der Datenschutzgrundverordnung.

Gleichzeitig sammeln Giganten wie Google, Facebook oder TikTok immer noch ungeniert unfassbar viele Daten. Das müsste meiner Ansicht nach strenger eingeschränkt werden. Ginge ganz einfach: Die sollten von uns keine persönlichen Profile für Werbezwecke anlegen dürfen – es sei denn, der Mensch stimmt ausdrücklich und in Kenntnis der Folgen zu (etwa bei einer Gesundheits-App, wenn man sich der Risiken bewusst ist).

Es sollte aber nicht erlaubt sein, dass Netflix oder Amazon meinen Gemütszustand ermitteln, indem sie schauen, welche Filme wir ansehen oder welche Musik wir hören. Es gibt also noch entschiedenen Verbesserungsbedarf.

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Datenschutz im Auto

Wer beim Thema Datenschutz vor nur an Computer, Smartphone und Internet denkt, ist der sensibel genug – oder muss man das Thema heute nicht eigentlich weiter denken, schließlich stecken doch überall Computer drin, selbst in Küchengeräten?

Genauso ist es: Wir erwarten heute wie selbstverständlich, dass alles mit dem Internet verbunden ist und irgendwie mit einer App gesteuert oder kontrolliert werden kann, ob Backofen in der Küche, Personenwaage im Badezimmer – oder sogar das Auto. Ein völlig unterschätzter Bereich. Autos sind heute Computer auf Rädern.

Dutzende Sensoren und Motoren werden zentral von der Bordelektronik überwacht und gesteuert. Was die meisten nicht wissen: Es fallen Hunderte von Daten an, die heute an die Autohersteller gehen. Meist per Mobilfunk – und unbemerkt. Wie viele Personen fahren das Auto (durch Verstellen des Fahrersitz), wie oft wird der Gurt gestrafft (durch schnelles Bremsen), wie sieht’s mit Beschleunigung und Licht einschalten aus?

Ganz zu schweigen von Verbrauch, Fahrverhalten und Ortsdaten… Alles Daten, die in Bausch und Bogen an die Hersteller gehen. Wir bekommen es nicht mit, wir können die Daten nicht einsehen und erst recht keine Daten löschen. Im Prinzip ein unhaltbarer Zustand, den der ADAC dieser Tage auch lautstark und völlig zu Recht kritisiert hat.

Im Auto fallen jede Menge sensibler Daten an
Im Auto fallen jede Menge sensibler Daten an

Datenschutz kann man lernen

Datenschutz ist ein breites Thema. Wichtig ist aber, dass man sich als Konsument auch auskennt. Werden wir alle da eigentlich gut genug informiert – wo kann man sich schlau machen?

Die Landeszentrale für Politische Bildung Bayern hat anlässlich des Datenschutztags eine „Broschüre“ mit Tipps und Tricks herausgebracht. Wer in Bayern wohnt, kann die gedruckte Ausgabe bestellen. Alle anderen können ein PDF aus dem Netz laden.

Das ist ehrenwert, aber nicht gerade zeitgemäß – denn gerade über solche Themen informieren sich Menschen heute in Videos. Es bräuchte meiner Ansicht nach zweifellos prinzipiell deutlich mehr Aufklärung. Im Netz. In Social Media.

In Schule, Hochschule, am Arbeitsplatz. Immer wieder verstoßen Menschen aus mangelnder Achtsamkeit gegen grundlegendste Regeln – mit dramatischen Folgen: Hacker brechen in öffentliche Behörden oder Unis ein, legen IT-Systeme lahm oder entwenden Daten, wie jüngst an der Uni Duisburg. Da kann man selbst noch so vorsichtig sein, was nützt es, wenn andere nicht aufpassen.

Europäischer Datenschutztag
Europäischer Datenschutztag

Was können wir selbst tun?

Aber was können eigentlich wir als Nutzer und Konsumenten tun, um uns zu schützen, damit so viel Datenschutz wie möglich erreicht wird?

Generell: Datensparsamkeit. Also nur die Daten preisgeben – wenn man überhaupt die Wahl hat! –, die man preisgeben möchte und bei denen es auch Sinn macht. Eine Taschenlampen-App muss nicht meine Standortdaten haben.

Man sollte also immer genau hinschauen: Wer will eigentlich welche Daten und zu welchem Zweck? Mehr hinterfragen, im Zweifel Daten auch mal wieder löschen (lassen). Und – ebenfalls ganz wichtig: Die eigenen Daten gut sichern, die man online speichert. Ein gutes Passwort benutzen. Ob es gut ist, kann man unter checkdeinpasswort.de herausfinden. In jedem Online-Konto ein anderes Passwort verwenden.

Und: Keine Angst vor Passwort-Manager-Programme. Im Gegenteil. Die sind komfortabel, erlauben, dass ich in jedem Onlinedienst ein anderes komplexes Passwort benutze, ohne dass es kompliziert wird. Das erhöht die Sicherheit enorm.

Und wer sich richtig gut fühlen will, aktiviert überall wo es geht die „Zwei Faktor Authentifizierung“. Dann macht es auch nichts, wenn ein Hacker ein Passwort ergattert – ohne den im Smartphone erzeugten Zusatzcode kommt er nicht rein. Das sind meine wichtigsten Regeln.

 

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