Bei den iPhones gibt es den Profi-Modus von Android-Smartphones in der Form nicht. Einige Einstellungen sind möglich, aber es gibt auch sehr gute externe Foto-Apps!
Apples eigene Kamera-App hat in den letzten Jahren deutlich an Funktionalität gewonnen. Mit iOS 18 und den neueren iPhone-Modellen stehen euch mehr manuelle Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung als früher, auch wenn sie nicht ganz an Android-Profi-Modi heranreichen.
Was die Standard-Kamera-App kann
Von den klassischen manuellen Einstellungen für Fotos könnt ihr mittlerweile mehr als nur die Belichtung ändern:
- Klickt in der Kameraansicht auf das Belichtungs-Symbol (Sonne-Symbol).
- Ihr erhaltet am unteren Bildrand ein Einstellrad, das ihr nach links oder nach rechts schieben könnt. Je weiter rechts es ist, desto länger belichtet das iPhone das Bild.
- Bei neueren iPhone-Modellen (ab iPhone 13 Pro) könkönnt ihr auch den Fokus durch Antippen und Halten eines Bereichs sperren.
- Die Makro-Fotografie funktioniert bei iPhone 13 Pro und neuer automatisch oder manuell steuerbar.
- Der Nachtmodus aktiviert sich automatisch oder kann manuell angepasst werden – hier bestimmt ihr die Belichtungszeit bis zu 30 Sekunden.
Zusätzlich bietet Apple mit iOS 18 erweiterte Kamerasteuerungen: Die neuen iPhone 16 Modelle haben sogar eine dedizierte Kamera Control-Taste, über die sich schnell zwischen verschiedenen Modi wechseln und Parameter anpassen lassen.
Profi-Apps für echte Kontrolle
Wer wirklich alle Parameter kontrollieren möchte, braucht nach wie vor externe Apps. Eine sehr umfangreiche, mit 9,99 EUR allerdings auch nicht günstige Alternative ist die App ProCam.
Die sieht aus wie die Vorschau bei einer professionellen Digitalkamera: Alle aktuellen Werte werden euch am Bildschirmrand angezeigt, durch ein Tippen auf einen Wert könnt ihr Parameter wie die Verschlusszeit, den ISO-Wert, den Weißabgleich und viele andere Dinge schnell ändern.
Neben diesen reinen Foto-Funktionen bietet sie euch aber noch weitere Vorteile:
- Aktiviert die erweiterte Bildstabilisierung, dann gleicht die App auf Softwarebasis zusätzliche Bewegungen aus.
- Schaltet in den RAW-Modus, werden die Bilder im ProRAW- oder DNG-Format gespeichert. Das ermöglicht deutlich bessere Nachbearbeitung.
- Manuelle Fokus-Stapelung (Focus Stacking) für maximale Schärfentiefe.
- Zeitraffer mit variablen Intervallen und automatischer Belichtungsanpassung.
- HDR-Modi mit bis zu 64 Aufnahmen für extreme Kontrastsituationen.
Alternative Profi-Apps
Neben ProCam gibt es weitere empfehlenswerte Alternativen:
Camera+ 2 (kostenlos mit In-App-Käufen) bietet eine gute Balance zwischen Benutzerfreundlichkeit und manuellen Kontrollen. Die App punktet besonders bei der Bildbearbeitung direkt nach der Aufnahme.
VSCO (Freemium-Modell) kombiniert Profi-Kamerafunktionen mit umfangreichen Filtern und Bearbeitungstools. Besonders für Social Media geeignet.
Halide Mark II (einmalig 11,99 EUR) ist speziell für Fotografen entwickelt worden, die Wert auf manuelle Kontrolle und RAW-Aufnahmen legen. Die App nutzt maschinelles Lernen für bessere Fokussierung und bietet detaillierte Histogramm-Anzeigen.
Was ihr beachten solltet
Profi-Apps können mehr aus eurer iPhone-Kamera herausholen, aber sie haben auch Grenzen. Die Hardware bestimmt letztendlich, was möglich ist. Ein iPhone SE wird auch mit der besten App nicht die gleichen Ergebnisse liefern wie ein iPhone 15 Pro Max.
Besonders bei wenig Licht und extremen Situationen zeigen sich die Unterschiede zwischen den Geräte-Generationen deutlich. Die neuesten iPhones haben größere Sensoren, bessere Linsen und leistungsfähigere Bildprozessoren.
Für die meisten Nutzer reicht die Standard-Kamera-App mittlerweile völlig aus. Apple hat in den letzten Jahren viel Intelligenz in die automatischen Modi gepackt. Wer aber kreativ experimentieren oder in schwierigen Lichtsituationen das Maximum herausholen möchte, für den lohnt sich die Investition in eine Profi-App definitiv.
Der Trend geht übrigens klar in Richtung KI-unterstützte Fotografie. Auch die Profi-Apps nutzen zunehmend maschinelles Lernen, um bessere Ergebnisse zu erzielen – ohne dass ihr als Nutzer mehr Arbeit habt.
Zuletzt aktualisiert am 21.02.2026