Tag für Tag, Stunde für Stunde rufen fremde Rufnummern an und melden sich nicht oder wollen euch etwas verkaufen. 2025 haben sich die Maschen der Anruf-Betrüger weiter verfeinert, doch auch die Gegenmittel sind besser geworden. Wir zeigen euch, wie ihr euch effektiv gegen Telefonterror wehrt!
Werbeanrufe, Cold Calls, der Telefonanbieter oder der angebliche Microsoft-Service: Sie haben alle eines gemeinsam: Sie nutzen eure Rufnummer und wollen euch etwas verkaufen. Von Versicherungen über den vermeintlich optimierten Telefontarif bis hin zu einem Sicherheitsproblem auf eurem Rechner. In den allermeisten Fällen handelt es sich um unerwünschte Anrufe. Die könnt ihr nicht immer verhindern, aber zumindest deutlich reduzieren und weniger nervig machen.
Die Tricks der Spam-Anrufer sind mittlerweile ausgeklügelter: KI-generierte Stimmen imitieren echte Gesprächspartner, Caller-ID-Spoofing lässt bekannte Nummern im Display erscheinen, und automatisierte Systeme werden immer raffinierter. Doch keine Sorge – mit den richtigen Strategien behaltet ihr die Oberhand.
Unbekannte Nummer? Vorsicht!
Es ist natürlich nicht pauschal richtig, eine unbekannte Rufnummer gleich als verdächtig zu klassifizieren, aber achtet einmal darauf: Wie oft rufen euch Rufnummern an, die nicht in euren Kontakten sind. Und wie viele davon sind unerwünscht? In Zeiten der Smartphones und Kontaktverzeichnisse kommen bei vielen Anwendern die Anrufe meist von Personen, die in den Kontakten sind. Da seht ihr statt der Nummer den Namen. Wie könnt ihr hier ohne Risiko das Gespräch annehmen?
- Kontrolliert bei einem Anruf, ob ihr die Nummer erkennt.
- Wenn ihr nicht auf einen Anruf wartet, der von einer unbekannten Nummer kommen könnte, dann hebt ab, sagt aber nichts.
- In 85% der Spam-Anrufe wird aufgelegt. Das liegt daran, dass das automatische Wahlprogramm keinen Teilnehmer erkennt. Oft wird die Nummer dann aus der Rufroutine gelöscht und ihr habt Ruhe.
- Wenn ein echter Anrufer dran ist, fragt der nach einigen Sekunden nach, ob jemand dran ist. Das ist immer noch keine Garantie, dass es sich nicht um Spam handelt, hat aber schon einmal eine Menge aussortiert.
- Neu: Achtet auf unnatürliche Sprechpausen oder robotisch klingende Stimmen – das sind oft Anzeichen für KI-generierte Anrufe.
Anruferkennungen nachsehen
Wenn eine Rufnummer euch mehrfach nervt, dann googelt sie einfach oder gebt sie direkt bei Webseiten wie werruft.info, tellows.de oder dem neuen anrufer-bewertung.de ein.
- Wenn ihr nicht über die meist werbeüberladenen Startseiten gehen wollt, dann könnt ihr die Rufnummernidentifikation auch direkt über die Adressleiste des Browsers machen.
- Bei werruft.info gebt als Adresse https://www.werruft.info/telefonnummer/<rufnummer> ein.
- Bei Tellows gebt als Adresse https://www.tellows.de/num/<rufnummer> ein.
- Wenn ihr schon eine Vielzahl von Negativmeldungen findet, dann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Spam-Nummer.
- Tipp: Viele dieser Dienste bieten mittlerweile auch Browser-Extensions oder Apps, die automatisch vor bekannten Spam-Nummern warnen.
Rufnummern sperren
Damit aber nicht genug: Warum eine nervende Rufnummer immer wieder durchkommen lassen? Sperrt sie doch einfach!
- Jeder Router hat eine sogenannte Sperrliste, in die ihr Rufnummern einsortieren könnt, die gar nicht erst an die Handapparate weitergehen, sondern im Router ausgesondert werden. Das funktioniert mit wenig Aufwand und ist sehr effektiv.
- Smartphones bieten ebenfalls einen solchen Filter. Für Android konfiguriert ihr diesen so, bei iOS geht es so.
- Moderne Lösungen: Apps wie „Should I Answer?“, „Truecaller“ oder „Hiya“ nutzen Community-Datenbanken und KI, um Spam-Anrufe automatisch zu erkennen und zu blockieren.
KI-basierte Schutzmaßnahmen
Die neueste Generation der Spam-Abwehr nutzt künstliche Intelligenz:
- Google Call Screen: Auf Pixel-Handys beantwortet die Google-KI verdächtige Anrufe und führt ein Vorab-Gespräch.
- Samsung Smart Call: Erkennt und blockiert automatisch bekannte Spam-Nummern.
- Apple Silence Unknown Callers: Schickt alle Anrufe von unbekannten Nummern direkt auf die Mailbox.
Rechtliche Schritte und Meldungen
Bei besonders hartnäckigen Fällen könnt ihr auch rechtlich vorgehen:
- Meldet Spam-Anrufe bei der Bundesnetzagentur über deren Online-Portal oder per E-Mail an rufnummernmissbrauch@bnetza.de
- Seit 2026 können Bußgelder bis zu 300.000 Euro verhängt werden – das schreckt viele unseriöse Anrufer ab
- Dokumentiert Datum, Uhrzeit und Inhalt der Anrufe für eventuelle rechtliche Schritte
Präventive Maßnahmen
Vorbeugen ist besser als nachträglich blockieren:
- Tragt eure Handynummer sparsam in Online-Formulare ein
- Nutzt für Newsletter und Online-Shops eine separate Nummer oder VoIP-Dienste
- Aktiviert in sozialen Netzwerken die Privatsphäre-Einstellungen für eure Kontaktdaten
- Lasst euch in die Robinson-Liste eintragen – seriöse Unternehmen respektieren diese Sperrliste
Mit diesen Strategien reduziert ihr Spam-Anrufe erheblich. Die Kombination aus technischen Lösungen, bewusstem Verhalten und rechtlichen Möglichkeiten gibt euch die besten Chancen auf telefonische Ruhe.
Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026