Ihr nutzt Outlook und beim Klick auf einen Link öffnet sich auf dem Smartphone nicht euer Standard-Browser, sondern Microsoft Edge (oder ein anderer Browser)? Das könnt ihr ändern, allerdings ein wenig versteckt!
Browser-Evolution: Von Internet Explorer zu Edge und darüber hinaus
Microsoft hat eine bewegte Geschichte mit Browsern hinter sich. Der Internet Explorer sollte einst der Standardbrowser sein, schließlich war er direkt mit Windows integriert. Doch die Nutzer entschieden anders: Safari, Firefox, Opera und Chrome gewannen schnell an Boden. Auch rechtliche Auseinandersetzungen zwangen Microsoft, seine Browser-Politik zu überdenken.
Mit Microsoft Edge schlug das Unternehmen neue Wege ein: Ein moderner Browser, verfügbar für alle Betriebssysteme, basierend auf Chromium. Seit 2026 ist Edge noch tiefer in die Microsoft-Ökosysteme integriert, besonders in Office 365 und Microsoft Outlook. Diese Integration hat jedoch einen Haken: Links in Outlook-E-Mails werden standardmäßig in Edge geöffnet, unabhängig von eurem eigentlichen Standard-Browser.
Browser-Kontrolle zurückgewinnen: Drei bewährte Methoden
Wenn ihr die Kontrolle über eure Link-Behandlung zurückgewinnen wollt, stehen euch mehrere Wege offen:
Option 1: Edge deinstallieren (radikaler Ansatz)
- Deinstalliert Microsoft Edge komplett von eurem Smartphone
- Beim Antippen eines Links erscheint automatisch ein Auswahlmenü
- Wählt euren bevorzugten Browser aus der Liste
- Aktiviert „Auswahl speichern“ für dauerhafte Änderung
Option 2: Outlook-Einstellungen anpassen (empfohlen)
- Öffnet Outlook und tippt auf euer Kontobild
- Wählt das Zahnrad-Symbol für Einstellungen
- Scrollt nach unten bis „Links öffnen mit“
- Wählt zwischen „Standardbrowser“ oder einem spezifischen Browser aus der Liste
Option 3: System-Standardbrowser neu definieren
Den Standardbrowser könnt ihr systemweit für Android und für iOS ändern.
Warum passiert das überhaupt?
Microsofts Strategie dahinter ist nachvollziehbar: Die nahtlose Integration ihrer Services soll die Nutzererfahrung verbessern. Edge bietet tatsächlich einige Vorteile bei der Arbeit mit Microsoft-Diensten, wie bessere Synchronisation mit OneDrive, integrierte Sicherheitsfeatures für Office 365 und optimierte Performance bei Microsoft-Websites.
Allerdings hat sich die Browser-Landschaft 2025/2026 stark diversifiziert. Chrome dominiert weiterhin den Markt, Firefox hat mit seinen Privacy-Features ein starkes Comeback erlebt, und neue Browser wie Arc oder Vivaldi gewinnen an Popularität. Viele Nutzer haben spezifische Präferenzen entwickelt: Passwort-Manager, Bookmark-Synchronisation, Extensions oder einfach Gewohnheit.
Weitere Tipps für optimale Browser-Kontrolle
Für Android-Nutzer: In den Systemeinstellungen unter „Apps“ > „Standard-Apps“ könnt ihr detailliert festlegen, welche App welche Links öffnet. Besonders praktisch ist die neue „Link-Vorschau“-Funktion, die seit Android 14 verfügbar ist.
Für iOS-Nutzer: Apple hat die Browser-Auswahl in iOS 17 und 18 deutlich verbessert. In den Einstellungen unter „Apps“ könkönnt ihr jetzt auch für verschiedene App-Kategorien unterschiedliche Standard-Browser festlegen.
Enterprise-Umgebungen: In Unternehmensumgebungen können Administratoren diese Einstellungen zentral über Mobile Device Management (MDM) steuern. Das ist besonders relevant, wenn Sicherheitsrichtlinien bestimmte Browser vorschreiben.
Fazit: Eure Wahl, eure Kontrolle
Microsoft mag Edge favorisieren, aber die Entscheidung liegt bei euch. Die Integration ist durchaus sinnvoll, wenn ihr vollständig im Microsoft-Ökosystem arbeitet. Für alle anderen gibt es glücklicherweise einfache Wege, die Browser-Kontrolle zurückzugewinnen. Probiert die verschiedenen Optionen aus und wählt die Lösung, die am besten zu eurem Workflow passt.
Zuletzt aktualisiert am 19.02.2026
